Janina Ciszewska

geb. Buszkowska

geb. 25. Mai 1922 in Ludwików,
gest. 1. Mai 2014

August 1944 – Mai 1945 in Ravensbrück

NACH IHRER RÜCKKEHR NACH WARSCHAU SAGTE SIE: ICH LEBE ERNEUT, ERSTEHE AUF VON DEN TOTEN, LASSE DAS ELEND HINTER MIR, FINDE NAMEN, NACHNAMEN, ADRESSEN, SCHLAFE NORMAL, ESSE BROT, TRINKE IN VOLLEN ZÜGEN WASSER UND HABE NACHTS SCHWERE TRÄUME VOM LAGER RAVENSBRÜCK, DAS MIR DIE JUGEND NAHM.“

Ende August 1944, während des Warschauer Aufstandes und nach der Zerstörung der Warschauer Altstadt, wurde sie über das Durchgangslager Pruszków zusammen mit ihrer Mutter in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert (die Häftlingsnummer von Janina war 63 392, die ihrer Mutter Władysława 63 393). Grund der Deportation war der Hass der deutschen Okkupanten auf das polnische Volk. Janina Buszkowska war eine in Warschau lebende Polin und gehörte zur Zivilbevölkerung von Warschau.

Im Mai 1945 kehrte sie zusammen mit einer Gruppe mehrerer aus Ravensbrück geretteter Polinnen zu Fuß nach Polen zurück; die Reise dauerte etwa einen Monat. Meine Mutter und Großmutter kehrten in die Ruinen des dem Erdboden gleichgemachten Warschau zurück, in ein Haus, das nicht mehr stand. Sie kehrten zu Fuß zu ihrem menschlichen Glück zurück, das mit den im Lager, wo sie nur „Nummern“ waren, durchlebten Tränen und Qualen erkauft war. Auf diesem Weg wurden sie begleitet von der Qual der Ungewissheit und Angst, von Tränen und Gebeten.

Meine Mutter war eine standhafte Frau, dickköpfig, aber hilfsbereit, sie hatte einen unbeugsamen Überlebenswillen. Die Hoffnung auf ein besseres Schicksal und die Unterstützung ihrer Mutter und meiner Großmutter Władysława halfen ihr, die Kriegshölle zu überleben und im völlig zerstörten Warschau von neuem ein Leben aufzubauen.

 

Hanna Nowakowska
Polen
Tochter von Janina Ciszewska